News Abo
HELPads



BFH: Stadt und Land sind anders arm



Berner Fachhochschule BFH

28.07.2022, Bern (ots) - Die Auswertung von Steuerdaten des Kanton Berns zeigt, welche gesellschaftlichen Gruppen am meisten von Armut betroffen sind. Dabei fanden Forschende klare Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen.


Laut einer Analyse der Weltbank ist die Armut ungleich zwischen Stadt und Land verteilt: Weltweit leben vier von fünf Menschen mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze in ländlichen Regionen. Bisher unklar war, ob dies auch auf wohlhabende Länder wie die Schweiz zutrifft. Eine Studie der Fachhochschule Bern zeigt nun: In der Schweiz ist die Armut fast gleichmässig auf Stadt und Land verteilt. Allerdings verfügen je nach Wohnort unterschiedliche soziale Gruppen über zu wenig Geld.

"Das Hauptproblem von Armutsanalysen war bis vor einigen Jahren, dass man die vielen vorhandenen Daten nicht verknüpfen konnte", sagt der Sozialwissenschaftler Oliver Hümbelin von der Fachhochschule Bern. Einer von ihm geleiteten Studie ist dies nun - unter Einhaltung des Datenschutzes - gelungen: In die Analyse gingen neben den kompletten Steuerdaten des Kantons Bern aus dem Jahr 2015 auch weitere administrative Daten und Ergebnisse von Umfragen mit ein. Dies ermöglichte eine granuläre Aufschlüsselung anhand von sozialen Faktoren wie Bildung, Familiensituation, Berufstätigkeit und Herkunft.

Keine grosse Ungleichheit in der Schweiz

Dabei stellte sich heraus, dass der Gesamtanteil an armen Menschen in der Stadt (7 Prozent) sogar leicht höher ist als auf dem Land (5 Prozent). "Eine grosse Ungleichheit wie etwa in den USA oder Entwicklungsländern, wo das Land komplett den Anschluss verloren hat, finden wir in der Schweiz nicht", so Hümbelin. Überproportional häufig von Armut betroffen - egal ob Stadt oder Land - sind unter anderem Frauen, Alleinerziehende und Menschen mit niedriger Bildung. Bei anderen Gruppen fanden die Forschenden deutliche regionale Unterschiede: In den Städten sind vor allem Menschen aus bestimmten Berufsgruppen arm (freiberufliche und Dienstleistende wie Haushaltshilfen) sowie Menschen aus Migrationsländern ausserhalb Europas. Auf dem Land fallen hingegen besonders in der Landwirtschaft tätige Personen sowie Pensionierte unter die Bemessungsgrenze für den Sozialhilfebezug.

Wie weitere Auswertungen inzwischen ergeben haben, hängt die finanzielle Situation auch stark von der jeweiligen Lebensphase ab: So befinden sich Familien mit Kleinkindern oft gerade noch knapp oberhalb der Armutsgrenze, mit dem Kindergarteneintritt des jüngsten Kindes bessert sich die Lage und mit Volljährigkeit der Kinder gleicht sich der Reichtum an die allgemeine Bevölkerung an.

Solche Resultate weisen laut Hümbelin den Weg, um in der Schweiz geeignete politische Massnahmen gegen Armut zu entwickeln. Mit dem zukünftigen nationalen Armutsmonitoring, für das der Bundesrat derzeit ein Konzept entwickelt, sollte dies noch besser gehen. Ziel unter anderen ist, Risikogruppen zu identifizieren. Die Berner Fachhochschule unterstützt zudem Kantone bei der Implementation eines kantonsspezifischen Armutsmonitorings. "Ein grosser Teil der Armutspolitik liegt in der Verantwortung der Kantone, aber gerade auf dieser Ebene weiss man noch gar nicht viel", so Hümbelin. "Damit man wissensbasiert agieren kann, muss man die Daten nutzen."

O. Hümbelin et al.: Rich cities, poor countryside? Social structure of the poor and poverty risks in urban and rural places in an affluent country. Local Economy (2022): https://doi.org/10.1177%2F02690942221104 774

Pressekontakt:

Prof FH. Dr. Oliver Hümbelin

Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit

Institut Soziale Sicherheit und Sozialpolitik

Hallerstrasse 10

3012 Bern

E-Mail: oliver.huembelin@bfh.ch

Tel: +41 31 848 36 97



Über Berner Fachhochschule BFH:

Die Berner Fachhochschule BFH ist eine anwendungsorientierte Hochschule. Neben der Lehre gehören Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen zu unseren Kernkompetenzen.

Wer sich für ein Studium an der Berner Fachhochschule BFH entscheidet, hat die Chance, sein eigenes Studienfach aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten - vereint die BFH doch acht Departemente unter einem Dach.

Die Bachelor- und Masterstudiengänge sowie zahlreiche Weiterbildungsangebote geben der BFH ihr Profil. Standorte sind in Bern, Burgdorf, Biel, Zollikofen und Magglingen.

Praxisnähe garantiert auch das grosse Dienstleistungsangebot. Quer durch die Departemente werden Dienstleistungen für Dritte erbracht: Ob Produktprüfung, Planung, Expertise oder Beratung - die BFH ist ein kompetenter Partner.



--- Ende Artikel / Pressemitteilung BFH: Stadt und Land sind anders arm ---


Quellen:
  HELP.ch

Weitere Informationen und Links:
 Berner Fachhochschule BFH (Firmenporträt)

 Artikel 'BFH: Stadt und Land sind anders arm...' auf Swiss-Press.com





Offizieller News-Partner:
News aktuell

Swiss Press


Energizer max Batterien AAA

CHF 12.95 statt 26.70
Denner AG    Denner AG

1664 Bier

CHF 21.95 statt 43.80
Denner AG    Denner AG

Azzaro

CHF 49.90 statt 105.00
Denner AG    Denner AG

Bio Bonterra Cabernet Sauvignon

CHF 8.95 statt 17.90
Denner AG    Denner AG

Diesel

CHF 34.90 statt 84.90
Denner AG    Denner AG

Elizabeth Arden

CHF 19.90 statt 69.90
Denner AG    Denner AG

Alle Aktionen »

Strassentafeln, Geburtsfiguren, Gratulationsblachen

Medizin, Gesundheit, Arztpraxis

Café, Kaffee, Frühstück, Bäckerei, Konditorei, Confiserie

Herrenmarke, Jeans, Damenkonfektion, Jacken, Blusen, Shirts

Energietechnik, Heizung, Sanitär, Klima

Rollladen, Lamellendächer, Pergolen, Markisen

Fahrzeugreinigung, Fensterreinigung, Premium Kundenlounge

Wein, Schaumweine, Spirituosen, Delikatessen

Bau, Facility Managing, Reinigung, Unterhalt

Alle Inserate »

6
19
27
31
39
42
2

Nächster Jackpot: CHF 20'200'000


8
9
15
19
31
10
12

Nächster Jackpot: CHF 64'000'000


Aktueller Jackpot: